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Zeitmanagement oder Selbstmanagement?

Vielleicht kommen dir folgende Situationen aus eigener Erfahrung bekannt vor?

  • Du fühlst dich tagsüber oft gestresst…
  • Du hast den Eindruck, dein Tag hat zu wenig Stunden…
  • Am Ende des Tages bist du fix und fertig…
  • Es stapeln sich Berge an Aufgaben auf deinem Schreibtisch und die Zeit läuft dir davon…

Mit diesen Empfindungen stehst du nicht alleine da. Es geht vielen Menschen so, dass sie sich morgens an die Arbeit machen, versuchen, ihr Tagespensum zu erledigen und gegen Feierabend feststellen müssen, dass sie viel zu wenig geschafft haben und der Aufgabenberg kaum geschrumpft ist. Für die Arbeit bedeutet dies oftmals Überstunden. Zuhause dann endlich angekommen, geht der Stress dann aber weiter, denn schließlich stellen auch Familie und Freunde gewisse Ansprüche und wollen unterhalten werden. Zeit für eigene Vergnügungen, Hobbys oder selbst für den Haushalt bleibt kaum noch. Die Lösung für dieses Dilemma soll ein verbessertes Zeitmanagement sein. Wir denken, dies ist jedoch ein Trugschluss. Warum das Schlüsselwort vielmehr „Selbstmanagement“ lauten sollte, erfährst du in diesem Artikel.

Selbstmanagement bringt dich zum Erfolg

Während manche Menschen die Überzeugung vertreten, Zeitmanagement sei die Kunst, seine Zeit optimal zu nutzen, bezeichnen andere „Experten“ dies als großen Unsinn. Ihre Begründung: Zeit ließe sich nicht managen, denn sie verginge unabhängig davon, was damit angestellt wird, immer gleich schnell. Für jeden Menschen stünden Tag für Tag 24 Stunden zur Verfügung, ganz gleich, ob und inwieweit er diese Zeit nun managed oder nicht. Mit dem Begriff Zeitmanagement kann man also offensichtlich nicht den Kern des Problems treffen. Der Schlüssel zu weniger Stress und mehr Qualitätszeit ist also nicht die Zeit selbst, sondern die eigene Arbeitsweise. Möchtest du deinen Arbeitsalltag besser in den Griff bekommen, mach dir daher Gedanken über dein Selbstmanagement. Was meint der Begriff Selbstmanagement aber nun? Es geht im Grunde darum, deinen eigenen Arbeitsalltag bewusst in die Hand zu nehmen. Dies beinhaltet optimale Motivation, Organisation, Planung und Zielsetzung. Ganz konkret beinhaltet Selbstmanagement folgende Schritte:

  1. Organisiere dich selbst besser
  2. Verschaffe dir bereits am Morgen einen Überblick über den Tag
  3. Plane deine Aufgaben vorab
  4. Versieh deine Aufgaben mit Prioritäten
  5. Bleib am Ball und sei über den Tag motiviert

Entscheidungen treffen – Das A und O, damit Selbstmanagement gelingt

Jeden Tag stehen wir vor etwa 20.000 größeren oder kleineren Entscheidungen. Die meisten hiervon treffen wir meist aus Gewohnheit nahezu automatisch. Es gibt aber auch immer wieder Situationen, in denen wir uns schwer damit tun, die richtige Entscheidung zu treffen. Vor allem im beruflichen Alltag musst du unter Umständen unter einem gewissen Zeitdruck Entscheidungen treffen. Nicht jeder Mensch ist jedoch hierfür geboren und genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob du einen stressigen Tag inklusive Überstunden erlebst oder nach deiner Arbeit noch Qualitätszeit verbringen kannst. Jeder Mensch verfügt über einen Instinkt. Dieser lässt sich als Art Schutzmechanismus für Entscheidungssituationen bezeichnen. Um dies zu verdeutlichen, versetzen wir uns einfach mal in ein Beispiel aus dem normalen Leben: Stell dir vor, du bist Single und dir begegnet eines Tages dein Traumpartner. Du spürst einen großen inneren Impuls, dein attraktives Gegenüber anzusprechen. Zur gleichen Zeit merkst du aber auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Angst, „einen Korb zu bekommen“. In deinem Kopf passieren nun zwei parallel laufende Prozesse:

  1. Dein Verstand wägt ab, wie hoch dein Risiko ist, abgewiesen zu werden und
  2. Welche Entscheidung dir den größeren Erfolg verspricht.

Diese rationalen bzw. emotionalen Denkvorgänge, die auf einen solchen Entscheidungsreiz folgen, wurden ausführlich von Forschern der Harvard-Universität untersucht. Ein interessantes Ergebnis dabei: Eine emotionale Reaktion findet fast doppelt so schnell statt wie die rationale. Nach dem auslösenden Impuls geben bereits 260 Millisekunden später Emotionen die grobe Entscheidungsrichtung vor. Erst 640 Millisekunden später wird auch der Verstand aktiviert, der nun kalkuliert, verifiziert und rationalisiert. Der Verstand belegt also in Sachen Entscheidungsfreudigkeit gegenüber den Emotionen immer den zweiten Platz. Daher übernimmt er oftmals die Aufgabe des Suggerierens. Während unsere Emotionen bereits die Entscheidung bewertet haben, versucht der Verstand, die blitzschnell in uns gereifte Entscheidung zu begründen.

Vorsicht vor Selbstbetrug

Sicherlich kennst du das Verlangen nach einem Stück Schokolade oder einem Gummibärchen. Deine Emotionen verlangen also nach etwas Süßem. Dein Verstand schaltet sich kurze Zeit auch mit ein und gibt dir vor, dass du dieses süße Stück ruhig genießen darfst, denn heute Abend kannst du ja etwas Sport treiben. Dein Verstand versucht hierbei nichts anderes, als recht zu haben. Dies ist ein psychologisch tief verwurzeltes Bedürfnis, das in jedem Menschen steckt. Ganz provokant könnte man auch sagen, dass jeder Mensch unbewusst zum Selbstbetrug neigt. Diesen Wirkungen solltest du dir also bewusst sein, wenn du deine täglichen Prioritäten setzt und deinen Tag planst. Gerne spielen dir hierbei unter Umständen deine persönlichen Vorlieben einen Streich, die dein Verstand anschließend versucht, zu rechtfertigen, getreu dem Motto: „Das kann ich ruhig erst morgen machen…“