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Wenn Stress auf den Magen schlägt

Das bekannte Sprichwort „Das schlägt mir auf den Magen“ drückt bestens aus, worunter viele Menschen leiden: Sie haben beruflich oder privat so viel Stress, dass sich das irgendwann in Form von Magenschmerzen, Durchfall oder Verdauungsproblemen bemerkbar macht. Der Grund: Das Gehirn steht auf neuraler Ebene in einer sehr engen Verbindung mit dem Magen und dem Darm. Wenn du unter diesen Symptomen oder anderen Magen- und Darmbeschwerden leidest, kann das also durchaus ein Anzeichen dafür sein, dass du unter zu starkem Stress leidest – vielleicht sogar, ohne das bewusst mitzubekommen.

Wenn die Psyche auf den Magen schlägt

Besonders häufig über Beschwerden im Magen oder Darm klagen Menschen, die unter Angststörungen, Panikattacken oder Depressionen leiden – oder die eben stark unter Stress stehen. Die Diagnose des eigentlichen Problems ist allerdings für Mediziner alles andere als einfach. Schließlich können sich die psychischen Probleme in Magen und Darm auf vielfältige Weise äußern, neben plötzlichem Durchfall sind auch starke Blähungen, Verstopfungen, krampfartige Schmerzen oder eine hohe Druckempfindlichkeit möglich.

Letzteres liegt daran, dass der Magen-Darm-Trakt mit dem enterischen Nervensystem ein eigenständiges System besitzt, in dem zur Regulierung der Verdauungsvorgänge Hormone und Botenstoffe freigesetzt werden. Es handelt sich dabei um dieselben Botenstoffe, die auch im Gehirn produziert werden. Das Gehirn sendet permanent Signale in deinen Verdauungstrakt, der entsprechend darauf reagiert. Stehst du nun unter einer psychischen Belastung, sendet das Gehirn nur negative Signale, woraufhin die entsprechenden Botenstoffe produziert werden.

Bei einer akuten psychischen Belastung werden vom enterischen Nervensystem das anregend wirkende Dopamin sowie das hemmende Serotonin gebildet. Genau deshalb kann es entweder zu einem akuten Durchfall oder umgekehrt zu Völlegefühlen und Verstopfung kommen.

Das passiert in deinem Körper, wenn du unter Stress stehst

Bei Stress handelt es sich um eine unmittelbare Reaktion deines Körpers auf empfundene Reize. Durch das Zwischenhirn wird die Hypophyse alarmiert, woraufhin das Hormon CRH ausgeschüttet wird, wodurch die Nebenniere aktiviert wird. Durch das Hormon CRH werden entzündliche Reaktionen gefördert, was unter anderem zu einem oxidativen Stress führt. Zunächst werden durch Stress die Atmung und die Herzfrequenz aktiviert, zudem wird mehr Magensäure ausgeschüttet.

Schließlich reagiert dein Körper auf Stress mit Widerstand. Nun wird der Magensäure-Spiegel gesenkt und die Tätigkeit im Magen-Darm-Trakt angeregt. Es dauert allerdings eine Weile, bis sich eine tatsächliche Störung im Magen-Darm-Trakt bildet, weil sich diese Probleme stufenartig entwickeln. Zunächst stört Stress die Balance, die zwischen Darm und Darmflora herrscht. Das heißt: Die gesunde Flora wird nach und nach von Bakterien, die schädliche Stoffwechselprodukte in deinem Darm hinterlassen, verdrängt. Nun kann die Darmflora nicht mehr in einem ausreichenden Maß kurzkettige Fettsäuren bilden, die in deinem Körper zahlreiche Schutzfunktionen erfüllen.

Weil krankmachende Bakterien und Pilze die Darmschleimhaut permanent angreifen, treten gehäuft Entzündungs- und Entgiftungsreaktionen auf, die das sogenannte „leaky gut“-Syndrom, also einen löchrigen Darm, hervorrufen. Nun können durch die Poren verschiedene Giftstoffe, die von Parasiten, Pilzen und Bakterien produziert werden, ebenso in das Darmlymphsystem gelangen, wie Nahrungspartikel, die Allergien auslösen können. Dadurch wird das Immunsystem erheblich belastet. Die Folge können Schwindel, Erschöpfungszustände, asthmatische Beschwerden sowie chronischer Schnupfen sein.

Was tun gegen die Stressfalle?

Wenn dein Magen empfindlich auf Stress reagiert, solltest du dringend deine Lebensumstände ändern. Das gelingt dir im Grunde schon mit wenigen, einfachen Schritten. So solltest du dir angewöhnen, deine Mahlzeiten stets in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre zu dir zu nehmen. Zugleich solltest du aber auch den Konsum von Alkohol, Zigaretten und Kaffee reduzieren. Sollte es schon im Vorfeld absehbar sein, dass dir eine Stresssituation bevorsteht, isst du am besten fettarme und leichte Mahlzeiten wie gedünstetes Gemüse. Dem Magen-Darm-Trakt erleichterst du die Verdauung, wenn du dein Essen stets gut durchkaust. Den Stresslevel kannst du außerdem durch ausgleichenden Sport und Entspannungsübungen senken. Der empfundene Stress reduziert sich außerdem von selbst, wenn du während der Arbeit kleine Pausen einlegst und dir dabei eine mentale Auszeit nimmst. Kurzfristig kannst du die Probleme im Magen-Darm-Trakt aber auch mit frei verkäuflichen Medikamenten in den Griff bekommen. Dies sollte aber zu keiner Dauerlösung werden, denn jedes Medikament belastet deinen Körper zusätzlich.

So regenerierst du deinen Darm

Um den Darm zu regenerieren, solltest du nach den Bedürfnissen deines Körpers leben, das gilt insbesondere für biologische Rhythmen. So ist der Schlaf zwischen 23 und 4 Uhr am wertvollsten, weil der Körper zu dieser Zeit entgiftet. Nach dem Frühstück empfiehlt es sich, die folgenden Mahlzeiten regelmäßig in einem fünfstündigen Abstand einzunehmen.

Hast du dich bislang ballaststoffarm ernährt, bleiben an deiner Darmwand immer wieder alte Ausscheidungsreste hängen, was die ideale Voraussetzung für Bakterien und Pilze darstellt. Die lebenswichtigen Vitalstoffe kannst du nun nicht mehr ausreichend aufnehmen, wodurch sich die Darmflora verändert. Dieses Problem kannst du mit einer sanften Darmreinigung mit Quellstoffen und Kräutern lösen.

Anschließend solltest du deinem Darm Entgiftungssysteme zuführen, wodurch die sogenannten Freien Radikale im Darm gebunden werden. Sobald dann die Regeneration des Darms abgeschlossen ist, muss diese Situation stabilisiert werden, sodass sich innerhalb des Darms wieder ein gesundes Öko-System entwickeln kann. Selbst in schwierigen Fällen ist durch die Kombination von unterschiedlichen Maßnahmen Schritt für Schritt eine gelungene Darmsanierung möglich.