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Umweltgifte und Belastungen

Die Reaktorkatastrophen im japanischen Fukushima und im russischen Tschernobyl haben dafür gesorgt, dass auch in Westeuropa ein bis dahin unterschätztes Thema einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein rückte: Der Mensch ist zahlreichen Einflüssen aus der Umwelt wie Umweltgiften ausgesetzt, die er nicht beeinflussen kann. Denn die Umweltgifte, die unter Umständen massive Verheerungen im menschlichen Körper anrichten können, sind sowohl unsichtbar als auch geschmack- und geruchslos – genauso wie die Radioaktivität, die aus den beiden Kernkraftwerken ausgetreten ist, unter der selbst Jahrzehnte nach der eigentlichen Katastrophe noch Millionen von Menschen zu leiden haben. Zwar kann der menschliche Körper Umweltgifte bis zu einem gewissen Grad neutralisieren, jedoch  stoßen auch die Selbstheilungskräfte des Körpers irgendwann an ihre Grenzen.

Woher kommen die Umweltgifte?

Der Grund dafür, dass Menschen heute unter Umweltgiften leiden müssen, reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Im Zuge der Industrialisierung wurden zahlreiche Bergwerke, Anlagen zur Aufbereitung der Erze sowie Verhüttungsbetriebe gegründet, ohne dass die Betreiber Rücksicht darauf nahmen, welche Folgen dieses Vorgehen für die Natur und insbesondere für den Menschen haben kann. Die Belastung hielt sich über Jahre hinweg noch in überschaubaren Grenzen, jedoch feierte die chemische Industrie ab der Mitte des 20. Jahrhunderts einen wahren Siegeszug. Die Folge: Produkte aus Kunststoffen und Plastik sind aus keinem Haushalt mehr wegzudenken, ebenso wenig wie Schädlingsbekämpfungsmittel in der Landwirtschaft oder bei Hobbygärtnern.

Das dies nicht nur einen Fortschritt darstellte, wurde vielen Verbrauchern erst seit etwa Mitte der 1980er Jahre klar – als das Thema Naturschutz – mit wachsendem Erfolg der Partei der Grünen – zunehmend einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein rückte.

Produkte und Stoffe aus der chemischen Industrie, die den menschlichen Körper belasten, stammen unter anderem aus Lacken und Farben, Holzschutzmitteln, Reinigungsmitteln, diversen Baumaterialien und Klebstoffen – aber auch aus Kleidungsstücken, die chemisch gereinigt wurden. Zwar sind diejenigen Stoffe, welche die Gesundheit des Menschen massiv beeinträchtigen können, in Deutschland – teilweise sogar in ganz Europa – verboten, jedoch zeigen sich die Folgen schädlicher Stoffe oft erst Jahre später. Das Problem für den einzelnen Menschen besteht darin, dass er sich diesen Einflüssen nicht entziehen kann, zumal er oft nicht einmal davon weiß. Allerdings kann sich jeder dahingehend wappnen, dass der Einfluss der Umweltgifte den Organismus möglichst wenig belastet.

Umweltgifte – eine unterschätzte Gefahr?

Wie Nathalie Gysi, ihres Zeichens Geschäftsführerin der Umweltorganisation „Green Cross“ aus der Schweiz sagt, werde die Gefahr, die von Umweltgiften ausgeht, massiv unterschätzt. Sie schätzt, dass Millionen Menschen schädlichen Substanzen ausgesetzt sind. Deshalb sei die Zahl der Menschen, die an Krankheiten, die auf Umweltgifte zurückgehen, mindestens so hoch wie die Zahl der Betroffenen, die an Tuberkulose oder Malaria leiden. Als größte Quellen für Umweltgifte hat „Green Cross“ in Zusammenarbeit mit dem Blacksmith Institute den Bergbau und die Gewinnung von Erzen ausgemacht.

Warum die Umweltgifte so gefährlich sind

Kleine Konzentrationen der Umweltgifte bemerkt der Mensch im Alltag gar nicht. Allerdings können aus scheinbar unmerklichen Mengen im Körper regelrechte Zeitbomben entstehen. Der Grund dafür: Bei vielen Umweltgiften handelt es sich um sogenannte Speichergifte. Das heißt: Sie lagern sich in verschiedenen Organen des Körpers ab, werden nicht ausgeschieden und bleiben deshalb in immer höherer Konzentration im Körper. Als besonders gefährlich gelten in diesem Zusammenhang die fettlöslichen Gifte, die äußerst leicht in Leber und Galle gelangen können und sich sogar lebenslang im Fett ablagern können. Als besonders gefährlich gelten Insektizide, Asbest, das Pflanzengift E605 sowie Holzschutzmittel, die PCP enthalten. Denn diese Umweltgifte können innerhalb des menschlichen Körpers dafür sorgen, dass diverse wichtige Entgiftungssysteme blockiert werden.

Eine Gefahr: Die Lebensmittel

Eine besondere Gefahr geht in der modernen Welt von Lebensmitteln aus, weil es kaum mehr natürliche Nahrungsmittel gibt. So werden Gemüse und Obst mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gespritzt, während Schweine, Geflügel und Rinder mit Antibiotika und Hormonen behandelt werden und Zuchtfische ebenso wie alle anderen Meerestiere unter einer schlechten Wasserqualität zu leiden haben. Und selbst das Trinkwasser ist nicht schadstofffrei. Obwohl dieses gefiltert und aufbereitet wird, bleiben zahlreiche Stoffe – etwa Pestizide – im Wasser enthalten.

Wie wirken sich Umweltgifte auf die Lebensqualität aus?

Umweltgifte können einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität haben, weil sie die Vitalität und die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Die Folgen sind oft Rückenschmerzen, Nervenkrankheiten, schlechter Schlaf, schwere Allergien und unter Umständen sogar Krebserkrankungen.

Entgiften: Damit die Schadstoffe aus dem Körper verschwinden

Vor allem Alternativmediziner empfehlen ihren Patienten, den Körper zu entgiften, um ihn von Schadstoffen zu befreien. Insbesondere für Krebspatienten werden neben Fastenkuren und Diäten auch Darmspülungen, Darmsanierungen und Einläufe oder das Ausleiten durch Medikamente empfohlen. Allerdings kann es beim Fasten passieren, dass die eingelagerten Schadstoffe kurzfristig in den Stoffwechsel eingebunden und anschließend wieder abgelagert werden. Darüber hinaus können Darmsanierungen, Einläufe und auch Fasten unerwünschte Nebenwirkungen auf den Kreislauf sowie die Funktion des Herzens haben. Deshalb warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vor entsprechenden Behandlungen dieser Art. Auch das Ausleiten wird von vielen Gesundheitsexperten kritisch gesehen, weil die entsprechenden Mittel vielfach eine entwässernde oder abführende Wirkung haben.