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Stress und Atmung

Eine dauerhafte Stressbelastung ist gefährlicher, als du vielleicht denkst. Denn wie ein schottisches Forscherteam in einer Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, herausgefunden hat, gibt es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen der Stressbelastung und der Sterblichkeit. Das heißt: Du kannst dich förmlich zu Tode arbeiten, ein Phänomen, das im Japanischen „Karoshi“ genannt wird. Eine übermäßige und dauerhafte Stressbelastung schlägt sich aber auch auf deinen Atemrhythmus nieder – ebenfalls  mit negativen Folgen für deine Gesundheit.

Warum macht Stress krank?

Vielleicht hast du das Gefühl, dass dein Leben immer hektischer wird, weil du stets mehr leisten und immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit verarbeiten musst. Wenn du diese Herausforderungen nicht mehr meistern kannst und du nur noch mit einem unguten Gefühl an die Arbeit denkst, bist du bereits in der Stressfalle, aus der es nur schwer ein Entrinnen gibt.

Langfristig gesehen kann eine zu hohe Stressbelastung am Arbeitsplatz dazu führen, dass du dir zunehmend schlechte Angewohnheiten aneignest. Beispielsweise, dass du zu viel Alkohol konsumierst, zu viel rauchst oder dich schlechter ernährst. Das wiederum erhöht das Risiko, dass du eines Tages einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleidest. Die schottischen Forscher führten die besagte Studie mit etwa 68.000 Personen durch. Sie fanden heraus, dass Menschen, die starkem Stress ausgesetzt waren, öfter unter schweren Krankheiten litten oder sogar daran starben als Studienteilnehmer, die nur geringen Stress erdulden mussten.

Halten die Chefs ihren Mitarbeitern den Stress vom Leib?

Wie eine Studie der Krankenkasse DAK ergab, fühlt sich ein Großteil der Arbeitnehmer von der Arbeit stark belastet. So gaben 53 Prozent der Befragten an, dass sie die Stressbelastung am Arbeitsplatz als hoch oder sehr hoch einschätzten. Als Ursache für diesen Stress nannten etwa 60 Prozent Hetze und Termindruck. Die Studie hatte auch einen guten Grund. Denn psychische Erkrankungen gelten neben Rückenschmerzen als schlimmste Krankmacher. Für Probleme wie Nervosität, Erschöpfungszustände oder Stimmungsschwankungen machen überwiegend junge Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 34 Jahren die Stressbelastung an ihrem Arbeitsplatz verantwortlich. Ältere Arbeitnehmer klagen hingegen öfter über Schlafstörungen sowie Herz-Kreislauf-Probleme.

Die Arbeitgeber reagieren jedoch nur sehr verhalten auf dieses Problem. So gibt es lediglich in 28 Prozent aller hessischen Unternehmen spezielle Gesundheitsprogramme zur Stressreduzierung. Am wenigsten Unterstützung von der Chefetage erhalten laut der Studie übrigens Arbeiter. Als größte Stressfaktoren wurden Termindruck sowie regelmäßige Überstunden genannt.

Stressmanagement – Wege aus der Stressfalle

Dass dich Stress krank macht, kannst du verhindern, indem du dich rechtzeitig mit Stressmanagement-Methoden beschäftigst, die dir dabei helfen, dich zu entspannen. Die entsprechenden Methoden kannst du dir aus verschiedenen Medien oder im Unterricht bei einem Psychotherapeuten aneignen. Obwohl es völlig unterschiedliche Methoden des Stressmanagements gibt, sind einzelne Schritte bei allen gleich. So muss dir in einem ersten Schritt klar werden, dass du unter einer psychischen Stressbelastung leidest und dieses Thema für dich enttabuisieren. Erst dann kannst du dazu übergehen, deine Ressourcen und deine Kompetenz zur Stressbewältigung zu fördern.

Als Möglichkeiten zur Selbsthilfe gelten neben einer gesunden Ernährung in Verbindung mit Sport auch Zeitmanagement sowie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen. Letztere helfen dir dabei, mögliche Stresssituationen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren, sodass der Stress schließlich kein Problem mehr für dich darstellt.

Wie sich Stress über die Psyche auf die Atmung auswirkt

Bei Stress handelt es sich ebenso wie bei Angst um eine Emotion, die sich direkt auf die Psyche und somit auch indirekt auf die Atmung auswirkt. Das hast du vielleicht schon einmal selbst an dir beobachtet: Wenn du unter starkem Stress stehst, beginnst du irgendwann unruhig zu atmen oder zu hyperventilieren. Du atmest also mehr und schneller als es für die Sauerstoffversorgung des Körpers notwendig ist und dir gut tut.

Wird daraus eine chronische Hyperventilation, können weitere Symptome wie Herzrasen, Angst- und Panikgefühle auftreten. Bei chronischem Stress in Verbindung mit Anspannung und Ängsten atmest du schließlich nur noch flach im Bereich des oberen Brustkorbes. Dann nutzt du allerdings nur einen kleinen Teil deiner Lungenkapazität. Sofern sich Stress, Anspannung und Ängste verstärken, atmest du nur noch schneller und mehr mit der Brust. Das ist allerdings völlig ineffektiv, denn nur über die Zwerchfellatmung kannst du den Sauerstoffbedarf deines Körpers ausreichend sättigen. Eine zu schnelle Atmung hat außerdem zur Folge, dass es zu Herzrasen kommt. Weil die Betroffenen ihre Hyperventilation oft gar nicht merken, lässt sich auch nicht feststellen, woher das Herzrasen kommt. Auch medizinische Hilfe zu bekommen, ist in diesem Fall schwierig. Schließlich lässt sich keine organische Ursache feststellen. Die Betroffenen werden also als gesund entlassen und haben in der nächsten Stresssituation dasselbe Problem wieder, steigern sich dann erst recht in den Zustand hinein und verstärken ihre physische Problematik sogar noch, was ein stärkeres Hyperventilieren zur Folge hat.

Die einzige Chance, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, besteht darin, das Atemmuster zu ändern. Eine wirksame Möglichkeit ist beispielsweise die Buteyko-Atemtechnik. Sobald du es geschafft hast, deine Atmung besser anzupassen, reduzierst du damit die Zahl und vor allem die Heftigkeit von Stressreaktionen ganz automatisch.