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Rauchst du noch oder lebst du schon?

Tabak zählt zu jenen Produkten, welche die Entdecker aus der Neuen Welt mit nach Europa brachten. In Mittelamerika schauten sich die Eroberer das Rauchen von den einheimischen Indianern ab, die in Maispapier eingerollten Tabak rauchten. Im ausgehenden 16. Jahrhundert verbreitete sich das Rauchen schließlich – von England ausgehend – über ganz Europa. Doch was vor 40 Jahren noch als chic und angesagt galt, ist heute eher verpönt. Wegen der gesundheitsschädlichen Wirkung werden Zigaretten im öffentlichen Raum heute allenfalls noch in speziellen Raucherbereichen geduldet. Das ist Grund genug für viele Raucher, den Glimmstängeln endgültig ade zu sagen, was aufgrund des hohen Suchtpotenzials jedoch nicht so einfach ist.

Was ist in den Zigaretten enthalten?

Mindestens 4.800 chemische Verbindungen sind im Rauch einer Zigarette enthalten, darunter nahezu 50 krebserregende. Um welche Stoffe es sich im Einzelnen handelt, lässt sich allerdings nicht gesichert sagen. Denn zum einen enthält der Tabak an sich diverse Stoffe, zum anderen werden weitere Stoffe bei der Produktion der Zigaretten zugesetzt und zu guter Letzt entstehen auch bei der Verbrennung neue chemische Stoffe – diese hängen jedoch stark von der Zusammensetzung der Luft ab.

Zu den gesichert krebserregenden Stoffen gehören Schwermetalle wie Quecksilber, die hochgiftigen Stickstoffoxydgemische Nitrosamine, Hydrazin, der Kunststoff Vinylchlorid, Benzol, Nickel, Polonium, Kresol, Phenol, Benzopyren, Furfural, Dioxine, Plutonium sowie verschiedene Arsenverbindungen. Daneben erhalten Zigaretten jede Menge Stoffe, die vermutlich krebserregend sind wie das Nervengift Blei oder Formaldehyd.

Des Weiteren inhalieren Raucher zusätzlich verschiedene giftige Stoffe wie Nikotin, Kohlenmonoxid, Sorbit oder Acetaldehyd.

Welche negativen Folgen hat das Rauchen auf die Gesundheit?

Raucher, die in Gesellschaft rauchen, gefährden nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit ihrer Mitmenschen, die den Rauch – verdünnt mit der Umgebungsluft – ebenfalls inhalieren. Die wohl schlimmste Krankheit, die das Rauchen auslösen kann, ist Krebs. Dieser kann, verursacht durch das Rauchen, an 21 verschiedenen Stellen des Körpers gehäuft auftreten, von der Lunge bis hin zum Gebärmutterhals. Von der Krebsgefahr betroffen sind grundsätzlich alle Organe, die mit Inhaltsstoffen aus der Zigarette in Berührung kommen.

Die häufigste Todesursache bei Rauchern sind jedoch Herz- und Kreislaufkrankheiten wie etwa Angina pectoris, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herztod. Weil sich durch das Rauchen die Blutgefäße akut verengen, der Blutdruck steigt und sich die Herztätigkeit erhöht, wird das Gefäßsystem langfristig geschädigt und die Gefäßverkalkung gefördert. Sofern das Rauchen mit anderen Lebensgewohnheiten kombiniert wird, die ebenfalls die Gesundheit gefährden – dazu gehört etwa übermäßiger Alkoholkonsum – ist es möglich, dass sich die Risikofaktoren gegenseitig verstärken.

  • Ursache für das sogenannte Raucherbein sind Verengungen und Verschlüsse in den Beinarterien. Diese führen beim Gehen zu heftigen Schmerzen. Gehäuft tritt diese Erkrankung nach dem 40. Lebensjahr auf.
  • Der im Tabak enthaltene Teer kann eine chronische Bronchitis, die mit Husten sowie Auswurf verbunden ist, hervorrufen. Bekannt ist diese Erkrankung auch unter dem Begriff Raucherhusten. Wenn du unter diesem Problem leidest, verschwindet das in der Regel von selbst wieder, sobald du mit dem Rauchen aufgehört hast.

Diese Liste ist allerdings nur eine kleine Auswahl an häufigen Krankheiten, die durch das Rauchen entstehen können.

Passivraucher, die sich über einen längeren Zeitraum in einem stark verqualmten Raum aufhalten, inhalieren dabei so viel Rauch, als hätten sie selbst fünf Zigaretten je Stunde geraucht. Bei Passivrauchern kommt es oft zu Problemen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Augenbindehautreizungen.

Schadet Rauchen der Umwelt?

Das unabhängige Nichtraucherportal rauchfrei.de hat getestet, wie viel Abfall durch das Rauchen entsteht. In dieser Rechnung wurde nur die Zahl der Zigaretten verzeichnet, die auch in Deutschland versteuert wurden – das waren in Deutschland im Jahr 2009 insgesamt 86,6 Milliarden Stück. Obwohl damit natürlich längst nicht alle Rauchwaren berücksichtigt waren, kam das Portal auf eine Gesamtmenge an Abfall von alljährlich 109.000 Tonnen.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Denn wer die Reste von Filterzigaretten einfach wegwirft, sorgt damit dafür, dass Hunderte von giftigen Chemikalien in die Umwelt gelangen können. Und diese Giftstoffe können letztlich auch im Trinkwasser enden.

Mit dem Rauchen aufhören – aber wie?

Vielleicht hast du es ja schon einmal probiert und dabei festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Das liegt daran, dass dich das Rauchen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch abhängig macht. Es gibt aber einige Möglichkeiten, mit der du dir das Rauchen leichter abgewöhnen kannst.

  • Bau rechtzeitig zuvor Motivation auf, indem du dir die Vorteile des Nichtrauchens verinnerlichst – beispielsweise, indem du dir ausrechnest, wie viel Geld du jedes Jahr einsparen kannst.
  • Zelebriere den Abschied von der Zigarette und mach eine Feier daraus.
  • Hör am besten dann mit dem Rauchen auf, wenn du gerade keinen Stress hast – Stress lässt dich womöglich ungewollt wieder zur Zigarette greifen.
  • Ersetze das Rauchen durch Rituale. Zum Beispiel, indem du eine Stresszigarette durch eine kurze Ruhepause ersetzt.
  • In den ersten Wochen kann dich ein Nikotinersatzpräparat bei der Raucherentwöhnung unterstützten. Denn der Nikotinentzug führt nicht selten bei den Betroffenen zu Schlaflosigkeit oder Nervosität. Zur Auswahl stehen dir Nikotinpflaster, -kaugummis, -nasensprays oder -inhaler.