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Ernährung für Magen und Darm?

„Der Tod sitzt im Darm.“ So dramatisch schilderte der legendäre Arzt Paracelsus während des 16. Jahrhunderts, welche herausragende Bedeutung der Darm für das menschliche Wohlbefinden hat. Und du hast es zumindest teilweise selbst in der Hand, dass dein Darm gesund bleibt und dir keine Probleme beschert. Das erreichst du dadurch, dass du Hektik und Stress vermeidest, dich ausreichend bewegst und ausgewogen ernährst.

 Der Weg der Nahrung durch den Körper

Bereits im Mund beginnt der Verdauungsprozess der Nahrungsmittel, die du zu dir nimmst. Beim Kauen zerkleinerst du die Nahrung nicht nur, sondern regst auch den Speichelfluss an, sodass die Nahrung leichter durch die Speiseröhre in den Magen gleiten kann. Dort vermischt sich der mittlerweile entstandene Speisebrei mit dem Magensaft. Weil dieser einen niedrigen pH-Wert hat, also sauer ist, werden Eiweiß ausgeflockt und Bakterien abgetötet. Zugleich produzieren die sogenannten Nebenzellen Schleim, der die Magenwand vor der aggressiven Magensäure schützt. Wie lange die Nahrung letztlich im Magen bleibt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein hoher Anteil an Fett etwa verzögert die Entleerung des Magens.

Schließlich wird die Nahrung in den Zwölffinger- und schließlich in den Dünndarm weitergeleitet. Hier werden die bereits vorverdauten Nahrungsbestandteile weiter zerlegt. Je nachdem, um welche Bestandteile es sich handelt, werden diese an verschiedenen Stellen des Dünndarms verarbeitet und schließlich im Körper aufgenommen. Und schließlich landet der Nahrungsbrei im Dickdarm, wo dem Brei Wasser entzogen wird, das zusammen mit Mineralstoffen wieder vom Körper aufgenommen wird. Übrig bleiben überwiegend Ballaststoffe, die weitestgehend unverdaulich sind und deshalb ausgeschieden werden.

Damit der Darm nicht krank wird

Die Oberfläche des Verdauungstraktes besitzt eine Fläche von 300 bis 500 (!) Quadratmeter und hat damit die größte Kontaktfläche aller Organe zur Außenwelt. Es bleibt also nicht aus, dass der Darm mit Allergenen und Krankheitserregern in Berührung kommt. Deshalb spielt der Dünndarm auch im Hinblick auf das Immunsystem eine wichtige Rolle.

Du kannst aber selbst einiges machen, um deinen Darm gesund zu halten oder Darmprobleme in den Griff zu bekommen. Ein wichtiger Schlüssel dafür ist die Ernährung. Mit folgenden Tipps hältst du deinen Darm gesund:

Tipp 1: Vermeide Gluten

Das in vielen Getreideprodukten enthaltene Eiweiß Gluten kann unterschiedliche Symptome hervorrufen. Neben chronischem Durchfall oder chronischen Verstopfungen kann Gluten auch für bleierne Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und zahlreiche andere Probleme verantwortlich sein. Das Eiweiß ist in den meisten Getreideprodukten enthalten, glutenfrei sind dagegen Hirse, Mais, Quinoa, Buchweizen, Amaranth und Reis.

Tipp 2: Weniger Milchprodukte

Milchprodukte führen bei vielen Menschen zu enormen Problemen mit der Verdauung – allerdings nicht, weil sie den Milchzucker Laktose nicht vertragen. Die Ursache liegt oft im Milcheiweiß, das eine verschlammende und verstopfende Wirkung hat. Andere Menschen können dagegen mit Durchfall auf das Milcheiweiß reagieren. Ob Milchprodukte Darmprobleme bei dir verstärken, kannst du in einem Selbstversuch durch drei milchfreie Wochen herausfinden. Bessern sich eventuelle Beschwerden, solltest du dauerhaft auf Milch verzichten.

Tipp 3: Wenn schon Ballaststoffe, dann die richtigen

Wenn du einen empfindlichen Darm hast, solltest du Kleie und Kleieprodukte sowie grobe Vollkornbackwaren meiden. Zwar hat beides viele Ballaststoffe, andererseits sind diese Produkte nicht unbedingt verträglich für viele Menschen. Du findest aber jede Menge Ballaststoffe, die leicht verträglich und zugleich glutenfrei sind, nämlich Erdmandeln, Chiasamen, Kokosmehl sowie Gerstengraspulver. Und das Beste: Diese Lebensmittel lassen sich bestens in deine normale Ernährung integrieren.

Tipp 4: Natürliche Enzyme helfen bei der Verdauung

Wenn du mit deiner Nahrung natürliche Verdauungsenzyme zu dir nimmst, hilfst du deinem Körper damit auch, die Nährstoffe besser aufzunehmen. Dabei handelt es sich unter anderem um folgende Enzyme: Amylasen, Lactase, Lipasen, Cellulasen und Bromelain. Jedes dieser Enzyme fördert die Verdauung einer anderen Nährstoffgruppe.

Tipp 5: Probiotika unterstützen die Darmflora

Deine Darmflora kann aus den verschiedensten Gründen angegriffen sein, sei es durch schlechte und zuckerreiche Ernährung, Alkoholkonsum oder verschiedene Medikamente wie Cortison oder Antibiotika. Es reicht allerdings nicht aus, wenn du nur Ballaststoffe zu dir nimmst. Der Grund: Der Wiederaufbau der Darmflora ist ein langsamer und mühseliger Prozess. Eine gute Alternative stellen hochwertige Probiotika dar, etwa eine Kombination aus fermanentaktiven Probiotika und Probiotika, die in magensaftresistenten Kapseln verkauft werden. Hier greifen zwei Mechanismen: Zunächst wird die Darmschleimhaut durch das flüssige Probiotikum regeneriert, sodass ein optimales Darmmilieu geschaffen wird, damit sich die in den Kapseln enthaltenen Darmbakterien dauerhaft ansiedeln können.

Was tun bei chronischem Durchfall?

Solltest du unter chronischem Durchfall leiden, kannst du dir vielleicht schon mit einem täglichen Shake, in dem Bentonit und Flohsamenschalenpulver enthalten sind, Besserung verschaffen. Denn Flohsamenschalen enthalten einen hohen Anteil an regenerierendem und heilsamem Schleim. Weil sie zugleich viel Wasser aufnehmen können, regulieren sie die Stuhlkonsistenz insofern, als sie ein Übermaß an Flüssigkeiten aus dem Darm entnehmen können. Dass sich wieder eine gesunde Stuhlkonsistenz bildet, wird durch Bentonit unterstützt. Dieser Inhaltsstoff bietet dir aber noch einen weiteren Vorteil: Er nimmt sämtliche schädlichen Bakterien, aber auch Gase und Giftstoffe auf, sodass diese problemlos mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Die optimale Wirkung erzielst du, wenn du den Shake etwa eine halbe bis eine Stunde vor der nächsten Mahlzeit trinkst.