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Flüssiges Gold: Olivenöl

Für Freunde der mediterranen Küche ist Olivenöl eine unverzichtbare Zutat, ganz gleich ob es darum geht, Fleisch anzubraten oder einen knackigen Salat zuzubereiten. Doch auch Verbraucher, für welche die südländische Küche nicht zu den kulinarischen Favoriten gehört, sollten regelmäßig  Olivenöl zu sich nehmen. Der Grund: Olivenöl zählt zu den Lebensmitteln, mit denen du deiner Gesundheit etwas Gutes tun kannst. Bekannt ist das Öl der Olive vor allem für seine entzündungshemmende Wirkung. Wer regelmäßig Olivenöl konsumiert, kann unter Umständen sogar auf Medikamente wie Ibuprofen verzichten. Wie das geht, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Olivenöl?

Bei Olivenöl handelt es sich um ein Pflanzenöl, das aus Fruchtfleisch und Kern von Oliven gepresst wird. Im Mittelmeerraum wird die Olive schon seit 8.000 vor Christus genutzt; dass in dieser Region der Olivenbaum auch kultiviert wurde, lässt sich jedoch erst seit etwa 3.000 vor Christi Geburt nachweisen. Schon damals wurde Olivenöl als Salbe verwendet. In Mitteleuropa hingegen wurden bis in die Neuzeit hinein statt Ölen Fette benutzt. Erst im Lauf des 18. Jahrhunderts entdeckte auch die Bevölkerung nördlich der Alpen die wohltuende Wirkung des Olivenöls, sodass der Konsum stetig anstieg.

Wie hochwertig das Olivenöl von seiner Qualität her ist, hängt maßgeblich vom Herstellungsverfahren ab. Gemäß der EG Verordnung Nummer 1513/2001 darf Olivenöl nur dann als nativ bezeichnet werden, wenn es durch ein mechanisches oder ein sonstiges physikalisches Verfahren gewonnen wurde. Denn das Öl sollte so naturbelassen wie möglich sein und nicht während des Herstellungsprozesses negativ beeinflusst oder verfälscht werden.

Warum ist Olivenöl so gesund?

Zu den wichtigsten gesundheitsfördernden Eigenschaften des Olivenöls gehört, dass das Öl den Cholesterinspiegel senkt und sowohl das Herz als auch die Blutgefäße schützt. Inwieweit sich diese gesundheitsfördernde Wirkung zeigt, hängt jedoch stark von der Qualität des Olivenöls ab. Der Lebensmittelchemiker Hans-Jochen Fiebig vom Detmolder Max-Rubner-Institut hatte in den 1990er Jahren Seminare durchgeführt, bei denen die Teilnehmer zu erkennen lernten, ob sie gerade frisches oder altes Olivenöl verkosten. „Das Kuriose dabei: Damals gab es auf dem deutschen Markt fast nur Lamptanöl“, so Fiebig. Dabei handle es sich um ein minderwertiges Öl, das vor dem Konsum zunächst einmal raffiniert werden muss, wobei Verschmutzungen, oxidierte Fette sowie schlechte Geruchs- und Geschmackskomponenten entfernt werden.

Als aktuell bestes auf dem Markt vertretene Öl empfiehlt der Lebensmittelchemiker natives Olivenöl. Der Grund: Dies enthalte zahlreiche Sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. „Sie sind nicht nur für den fruchtigen oder eher bitteren Geschmack und Geruch eines nativen Olivenöls verantwortlich. Obendrein schützen sie unseren Körper vor Oxidationsprozessen und helfen, den Blutdruck günstig zu beeinflussen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg, die an der Fachhochschule Münster tätig ist. Hinzu komme, dass Olivenöl einen Anteil von bis zu 75 Prozent an Ölsäure besitzt, die als wichtigste einfach ungesättigte Fettsäure gilt.

Wie wirkt Olivenöl auf deinen Körper?

In den vergangenen Jahren haben Forscher verschiedener Einrichtungen immer mehr positive Effekte auf die Gesundheit des Menschen im Olivenöl entdeckt. So zeigen sich positive Auswirkungen unter anderem in folgenden Bereichen:

In mediterranen Ländern erkranken wesentlich weniger Menschen an Krankheiten wie Herzinfarkt oder Arteriosklerose als in den nördlichen Breitengraden. Auch Dickdarmkrebs ist dort wesentlich seltener als nördlich der Alpen. Zumindest einen gewissen Schutz vor diesen Erkrankungen biete Olivenöl, das in der mediterranen Küche nach wie vor eine äußerst wichtige Rolle spielt. Hochwertige pflanzliche Fettquellen wie das Olivenöl bieten zudem einen Schutz vor Prostata-, Brust- oder Eierstockkrebs, wie die Forscher herausfanden.

Die einfach ungesättigten Fettsäuren, die im Olivenöl enthalten sind, tragen darüber hinaus dazu bei, dass der Spiegel an „schlechtem“ Cholesterin gesenkt wird. Hierbei handelt es sich um das LDL-Cholesterin, das dafür verantwortlich ist, dass sich in den Blutgefäßen Ablagerungen bilden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren hingegen senken auch den Spiegel an HDL-Cholesterin. Dieses erfüllt jedoch im Körper eine wichtige Funktion, weil es dafür sorgt, dass schädliche Ablagerungen in den Blutgefäßen entfernt werden.

Weil Olivenöl außerdem die Produktion der Magensäure senkt, kannst du damit der Bildung von Gallensteinen und Geschwüren im Magen-Darmtrakt vorbeugen. Selbst das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, lässt sich durch den Konsum von Olivenöl senken. Zudem wird diesem Pflanzenöl eine vorbeugende Wirkung gegen Depressionen zugeschrieben.

Olivenöl und die Haut

Weil Olivenöl einen hohen Gehalt an Antioxidantien und Vitamin E besitzt, trägt es dazu bei, den Alterungsprozess der menschlichen Zellen zu verlangsamen – das gilt insbesondere für die Hautzellen. Um in den Genuss dieses positiven Effekts zu kommen, sollte das Olivenöl unmittelbar nach einem Sonnenbad auf die Haut aufgetragen werden. Dadurch lässt sich sogar die Gefahr reduzieren, eines Tages an Hautkrebs zu erkranken.

Olivenöl und Entzündungen

Der hohe Gehalt an aromatischen Verbindungen – der sogenannten Polyphenole – ist dafür verantwortlich, dass sich die Entstehung von Entzündungen vermeiden lässt. Dies ist insofern von Bedeutung, als Entzündungen nur allzu oft den Grundstock für Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose und verschiedenen Herzkrankheiten bilden. Wer sich entzündungshemmend ernährt, kann es sich letztlich also unter Umständen sogar sparen, Medikamente wie Ibuprofen einnehmen zu müssen, einem Arzneistoff, der insbesondere zur Behandlung von Entzündungen und Schmerzen verabreicht wird.