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Bewegung und richtige Atmung

Die moderne Arbeitswelt, in welcher der Arbeitnehmer seiner Tätigkeit größtenteils sitzend nachgeht, entspricht nicht gerade dem natürlichen Lebensrhythmus des Menschen. Denn Arbeitsmediziner sind der Meinung, dass der Arbeitnehmer etwa ein Viertel seiner Arbeitszeit in Bewegung sein sollte, ein weiteres Viertel der Zeit sollte er stehend verbringen, insgesamt sollte ein Arbeitnehmer also nur etwa die Hälfte der Arbeitszeit im Sitzen verbringen – was etwa in einem Bürojob schlichtweg unmöglich ist. Deshalb sollten sich Arbeitnehmer einen Ausgleich durch Bewegung verschaffen – und dabei natürlich auch die richtige Atmung nicht vergessen.

So einfach lässt sich Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren

Wenn Dir die Zeit für einen regelmäßigen Besuch im Fitness-Studio oder für andere sportliche Aktivitäten fehlt, kannst Du zumindest ein Minimum an Bewegung problemlos in Deinen Arbeitsalltag integrieren. Beispielsweise, wenn Du nur die Arbeitsmittel direkt am Arbeitsplatz lagerst, die Du regelmäßig oder ständig brauchst. Alles andere solltest Du so aufbewahren, dass Du gezwungen bist, aufzustehen, sobald Du etwas benötigst. Zusätzliche Bewegung kannst Du Dir auch dadurch verschaffen, dass Du Kopierer und Drucker in einem anderen Raum aufstellst.

Statt wichtige Fragen mit Kollegen telefonisch oder per E-Mail abzuklären, solltest Du sie besser persönlich besuchen, was Dir zusätzlich Bewegung verschafft und zugleich auch persönlicher ist. Falls sich Dein Arbeitsplatz in einem mehrstöckigen Gebäude befindet, solltest Du auf den Aufzug verzichten und stattdessen Treppen steigen. Damit verbrauchst Du nämlich genauso viele Kalorien wie beim Radfahren oder beim Schwimmen – Du hältst Dich also nicht nur fit, sondern tust auch noch etwas für Deine schlanke Linie.

Warum der Chef die Bewegung am Arbeitsplatz fördern sollte

Die Ursache für den großteil der Krankschreibungen in Deutschland sind Erkrankungen der Muskulatur oder am Skelett. So gehen alljährlich allein rund 71 Millionen Krankentage auf das Konto von Rückenschmerzen, wie die Helmholtz-Gesellschaft in einer Studie herausgefunden hat. Allein das verursacht einen volkswirtschaftlichen Schaden von etwa 50 Milliarden Euro. Steuert Dein Arbeitgeber hier dagegen, steigert er also auch die Produktivität in seinem Unternehmen.

Einige Arbeitgeber gehen bereits mit gutem Beispiel voran und haben sogenannte Bewegungsflure im Betriebsgebäude eingerichtet. Auf diesen Fluren sind besondere Teppiche ausgelegt, deren Muster zum Springen und Hüpfen animieren sollen. Andere Unternehmer setzen dagegen eher auf Trampoline, Wackelbretter oder sogar ganze Kletterwände. Zwar geht während der Bewegung Arbeitszeit verloren, doch weil die Mitarbeiter anschließend produktiver arbeiten, gleicht sich dieser Arbeitszeitverlust wieder aus.

Eine weitere Möglichkeit, um den Bewegungsdrang innerhalb des Unternehmens zu fördern, besteht in der Einrichtung von Betriebssportgruppen oder der Zusammenarbeit mit einem Sportverein. Denkbar ist etwa, dass die Mitarbeiter zu vergünstigten Preisen an den Angeboten des jeweiligen Vereins teilnehmen können.

So funktioniert die Atmung

Bei der Atmung handelt es sich um die wohl wichtigste Bewegung des Menschen, weil diese lebensnotwendig ist. Doch wie die Atmung funktioniert, wissen nur die wenigsten Menschen: Die Atemmuskeln ziehen die Lunge, die sich über dem Zwerchfell befindet, beim Einatmen auseinander und drücken sie beim Ausatmen zusammen. Beim Zwerchfell handelt es sich um einen großen Muskel, der Herz und Lunge von den anderen Organen trennt. Während des Einatmens zieht sich das Zwerchfell zusammen, wobei die anderen Baucheingeweide wie Magen und Darm ein Stück weit nach vorne und nach unten geschoben werden. Zugleich werden die Zwischenrippenmuskeln entespannt, wodurch der Brustkorb angehoben und geweitet wird. Durch diese Bewegungen entsteht in der Lunge ein Unterdruck. Durch diesen wird die Luft schließlich eingesogen.

Beim Ausatmen hingegen wird der Zwerchfellmuskel entspannt. Zugleich spannen sich Zwischenrippenmuskeln sowie Bauchmuskeln an. Dadurch werden die Eingeweide nach innen und oben gedrückt, sodass die Lunge von allen Seiten her zusammengedrückt wird. Dadurch entsteht in diesem Organ ein Überdruck, der zur Folge hat, dass die Luft herausgedrückt wird.

Untrennbar miteinander verbunden: Atmung und Bewegung

Die Bewegungsabläufe Deines Körpers sind untrennbar mit der richtigen Atmung verbunden. Nur wenn Du während der Bewegung richtig atmest, förderst Du damit Deine geistige und körperliche Gesundheit. Vielleicht hast Du das richtige und freie Atmen im Laufe der Zeit verlernt. Das kannst Du allerdings wieder neu trainieren, etwa mit der Buteyko-Methode.

Dabei lernst Du nicht nur, wie das freie Atmen funktioniert, sondern spürst auch bald positive Auswirkungen auf Dein Herz-Kreislauf-System und erreichst insgesamt ein größeres Wohlbefinden und ein Stück mehr Lebensqualität.

So funktioniert die Buteyko-Atemtechnik

Der russische Arzt Konstantin Buteyko hatte erkannt, dass es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen dem individuellen Atemmuster und dem Gesundheitszustand des Betroffenen gibt. Denn die Atmung unterschied sich bei sehr kranken Patienten massiv vom Atemmuster eines gesunden Menschen. Der Zustand der Patienten verschlechterte sich sogar noch, wenn sie hyperventilierten. Vor diesem Hintergrund entwickelte er eine Methode zur Selbsthilfe, mit der auch Du Deinen Atem regulieren kannst.

Dein individuelles Atemmuster steht bei der Buteyko-Atemtechnik im Vordergrund. Dieses hat sich nämlich aufgrund äußerer Einflüsse wie Stress oder sonstigen Belastungen im Lauf der Zeit verändert. Durch diese Veränderungen können sich körperliche Beschwerden einstellen. Beispielsweise gerät durch ein zu ausgeprägtes Atmen das Gleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlenstoff in Deinem Blut rasch in ein Ungleichgewicht. Das wiederum hat unter Umständen Auswirkungen auf den Zellstoffwechsel sowie den Säure-Basen-Haushalt.