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Die Rolle der Myokine

Das heute gängige Schönheitsideal gibt vor, dass Attraktivität in hohem Maße von einer definierten Muskulatur und einer schlanken Linie bestimmt wird. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum du sportlich aktiv werden möchtest – oder bereits bist. Sicherlich weißt du aber auch, dass deine Muskulatur sehr viel mehr Aufgaben übernimmt, als dich lediglich zu einem schönen Menschen zu machen.

Myokine sind der Grund, warum Sport gesund für uns ist

Sport und Bewegung wirken sich positiv auf deine körperliche Gesundheit und dein Wohlbefinden aus. Dies weißt du sicherlich bereits selbst schon lange. Warum dies jedoch so ist, konnten Wissenschaftler erst in den vergangenen Jahren nach und nach herausfinden.

Es war der Wissenschaft lange Zeit vollkommen unklar, welche Auswirkungen körperliche Aktivitäten und vor allem Muskelarbeit auf den Stoffwechsel und die Physiologie eines Menschen hatten. Oftmals wurden die positiven Wirkungen auf das Körpergewicht und die Gesundheit lediglich auf den erhöhten Kalorienverbrauch bei sportlicher Betätigung reduziert.

Etwa vor zehn Jahren entdeckte die Wissenschaft jedoch hormonähnliche Stoffe, welche die Muskulatur bei Aktivität herstellt. Getauft wurden diese Stoffe von den Forschern auf den Namen Myokine. Deren Entdeckung sollte sich noch als bedeutend herausstellen.

Über 400 verschiedene Myokine bekannt

Nach Entdeckung der Myokine konnte die Forschung nun endlich einen erklärbaren Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Sport sowie dessen positive Auswirkungen auf die Gesundheit eines Menschen herstellen. Bislang ließen sich die positiven Effekte zwar beobachten, die genauen Abläufe im Körper, die eben diese Effekte auslösten, waren der Wissenschaft hingegen nicht bekannt.

Mittlerweile gehen Forscher davon aus, dass es rund 400 verschiedene Myokine gibt. Bislang ist noch nicht von allen Myokinen deren genaue Wirkung bekannt. Einige von ihnen scheinen jedoch die Aufnahme von Zucker in die Muskulatur zu unterstützen. Andere Myokine wiederum können die Wirksamkeit von Insulin verbessern. Darüber hinaus konnte die Wirksamkeit von einigen Myokine auf das Gefäßsystem und das Fettgewebe untersucht und nachgewiesen werden.

Doch was sind Myokine eigentlich?

Der Begriff Myokine leitet sich aus den griechischen Wörtern „Mys“ für Muskel und „Kinos“ für Bewegung ab. Hierbei handelt es sich um hormonähnliche Botenstoffe, die in den Muskelzellen hergestellt werden, sobald der Muskel in Aktion ist, sich also bewegt.

Kommunikation ist das A und O – auch in deinem Körper

Wie du vielleicht weißt oder dir denken kannst, müssen die verschiedenen Organe und Teile deines Körpers regelmäßig miteinander kommunizieren, um zu wissen, welche Aufgabe sie aktuell übernehmen sollen. Organische Stoffwechselprozesse werden in deinem Körper über die Ausschüttung verschiedener Botenstoffe beeinflusst. Drei hiervon möchten wir dir an dieser Stelle etwas genauer vorstellen.

Hormone

Sicherlich sind Hormone die bekanntesten Botenstoffe, die bereits früh entdeckt und mittlerweile ausreichend erforscht worden sind. Zu den bekanntesten Beispielen zählen Testosteron oder Adrenalin. Produziert werden die verschiedenen Hormone von den Hormondrüsen. Diese gewährleisten eine reibungslose Kommunikation verschiedener Strukturen in deinem Organismus.

Cytokine

Cytokine sind ebenfalls Botenstoffe, die jedoch noch nicht so lange bekannt sind wie Hormone. In deinem Körper wirken sie über kürzere Distanzen und werden von verschiedenen Zellen selbst hergestellt. Cytokine helfen beispielsweise bei der Immunabwehr und wirken auf die Vermehrung und das Wachstum von Körperzellen.

Myokine

Bei Myokinen handelt es sich um eine Untergruppe der Cytokine, die nur von Muskelzellen produziert werden können. Myokine sind wahre Meister in Sachen Kommunikation, die als Botenstoffe ein gewichtiges Wort beim Stoffwechsel in anderen Organen mitzusprechen haben.

Auch für das Abnehmen sind Myokine sehr wichtig

Auch für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion sind Myokine für deinen Organismus sehr wichtig. Ohne diese wäre es ihm beispielsweise nicht möglich, das gespeicherte Fett bei Energiebedarf so umzuwandeln, dass es der Körper auch verbrauchen kann. Leider existieren die Botenstoffe der Muskulatur nicht in Pillenform und du musst sie daher selbst produzieren. Dies wird dir aber nur durch entsprechende Muskelarbeit gelingen, beispielsweise beim gezielten Krafttraining.

Ein Mythos vieler Diäten ist damit von der Wissenschaft widerlegt: Um Fett zu verbrennen, reicht es nicht aus, einfach nur weniger Nahrung zu sich zu nehmen. Für einen Turbo-Stoffwechsel sind dies natürlich hervorragende Nachrichten, denn diese Faktoren helfen deinem Körper letztlich dabei, mehr Energie zu verbrauchen und damit überschüssiges Fett abzubauen.

Die Wissenschaft hat es also bewiesen und nun liegt der Spielball bei dir: Wenn du deine Muskeln bewegst, kannst du lästigen Pfunden auf den Hüften erfolgreich den Kampf ansagen und zugleich deiner Gesundheit einen großen Gefallen tun. Dein Körper wird es dir ganz sicher danken.